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Zu Beginn seiner zweiten Formel 1 Saison erklärte der Franzose Alain Prost, er werde sich den WM Titel holen.
Die Prophezeiung des kleinen Mannes erfüllte sich nicht. Als die Punkte nach 15 WM Läufen der Saison 1981 addiert wurden, lag der Renault Fahrer nur auf dem fünften Rang. Mit Siegen in Dijon, Zandvoort und Monza machte er jedoch deutlich, dass er sieben Monate zuvor den Mund nicht zu voll genommen hatte. Nur sieben Zähler trennten ihn von Nelson Piquet, dem neuen Weltmeister. Wenn man bedenkt, dass er in Silverstone, Hockenheim und Zeltweg klar an der Spitze des Feldes lag und dann von der Technik gestoppt wurde, wird klar, wie nahe er seinem Ziel war, wenn es nur in einem einzigen dieser Rennen geklappt hätte..
Alain Prost, Gilles Villeneuve
Schon in den Jahren, in denen er die Formel Renault unsicher machte, sprachen viele Experten davon, dass da einer der ganz Grossen heranreift. Dass ihm über kurz oder lang der Sprung in die Formel 1 gelingen würde, galt als offenes Geheimnis. Zunächst stand jedoch die Bewährungsprobe auf internationalem Parkett noch aus. Nachdem er im Herbst 1978 bereits in das F3 Europachampionat hineingeschnuppert und anlässlich eines solchen Probegalopps in Jarama seinen ersten Sieg in dieser umkämpften Klasse geholt hatte, bestritt er 1979 das komplette Formel 3 Meisterschaftsprogramm. Schnell erwies er sich als der bei weitem schnellste Fahrer. Er errang sechs Siege, stand viermal auf der Pole Position und fuhr achtmal die schnellste Runde des Rennens. Aus freien Stücken verzichtete er auf die Teilnahme an den EM Läufen in Enna und Kassel-Calden. Seine Überlegenheit war so gross, dass er sich diesen Luxus erlauben konnte.
Seit seinem Eintritt in die Formel Renault im Jahre 1976 fuhr er bereits die vierte Saison, ohne dass man ihm auch nur eine einzige Kollision hätte anlasten können. Die F3 Meisterschaft sicherte er sich mit 39 Punkten Vorsprung vor Michael Bleekemolen aus den Niederlanden.
Neben der Europameisterschaft errang der schnell und konstant fahrende Alain Prost auch den Lorbeer im statuslosen Formel 3 Rennen im Rahmen des Grossen Preises von Monaco.

McLaren Teamchef Teddy Mayer, der schon Fahrern wie Jody Scheckter und Gilles Villeneuve die ersten Grand Prix Einsätze ermöglichte, nahm Alain Prost Anfang 1980 unter Vertrag. Die Erfolge, die er in den Nachwuchsklassen verzeichnen konnte, stellten sich in der Formel 1 natürlich nicht auf Anhieb ein, zumal der McLaren M29B und später dann C, alles andere als ein Siegerauto war. Erste WM Punkte liessen dennoch nicht lange auf sich warten. Schon im ersten Rennen der Saison, dem Grossen Preis von Argentinien am 13. Januar 1980, wurde er Sechster und punktete so bereits bei seinem Debut. Zuletzt war dieses Kunststück im Jahre 1973 einem Neuling gelungen, als der Amerikaner George Follmer in Kyalami ebenfalls den sechsten Platz belegen konnte. Als Alain Prost auch im zweiten Einsatz auf einen der Punkteränge landete, wurde er bereits mit einem Jackie Stewart oder Niki Lauda verglichen. Diese Vergleiche waren sicherlich nicht unbegründet, doch die Punkte Serie war erst einmal beendet. Im Training zum Grand Prix von Südafrika in Kyalami verunfallte Alain Prost schwer. Aufgrund eines Defektes an der Hinterachse war er in der Leeukop-Bend, der relativ engen Bergauf-Rechtskurve, in die Leitplanken gekracht. Weil er im entscheidenden Moment nicht die Nerven hatte, die Hände vom Lenkrad zu nehmen und -wie es Jackie Stewart in Kyalami einmal erfolgreich praktiziert hatte- vor der Brust zu kreuzen, brach er sich ein Handgelenk.
In Long Beach wurde er durch Stephen South vertreten, nachdem sich Hans-Joachim Stuck vergeblich um das Cockpit bemüht hatte. Der Engländer, dessen Karriere später gestoppt wurde, als ihm nach einem Unfall ein Unterschenkel amputiert werden musst, qualifizierte sich an der amerikanischen Westküste allerdings nicht.
Fast auf den Tag acht Wochen nach seinem Unfall kehrte Alain Prost in Zolder zurück auf die Grand Prix Bühne. Aber weder in Belgien, noch in den nächsten beiden Rennen kam er unter die ersten Sechs. Das gelang ihm erst wieder auf der Grand Prix Strecke von Brands Hatch, wo auf dem 4,2 Kilometern vier Hügel und vier Senken dafür sorgen dass im Cockpit keine Langeweile aufkommen kann. Mit einer Runde Rückstand auf den Sieger Alan Jones erreichte Prost als Sechster das Ziel. Die gleiche Platzierung sollte er auf der Rennstrecke des holländischen Seebades Zandvoort erreichen, wie Brands Hatch ein Kurs der zu den fahrerisch anspruchsvollen im Terminkalender der Formel 1 zählt. Mit den beiden WM Läufen in Kanada und in den USA ging Alain Prosts Zeit bei McLaren zu Ende. In Montreal kämpfte er sich bis zur Hälfte der Renndistanz auf einen hervorragenden vierten Platz vor, bevor er wegen einer defekten Vorderradaufhängung aufgeben musste. In Watkins Glen schliesslich wurde er zum unfreiwilligen Beobachter des Rennens, nachdem er im Training einen Unfall gebaut hatte und leicht verletzt auf den Start verzichten musste.
Alain Prost, Renault, Zandvoort 1983
Auf der Suche nach einem Ersatz für Jean-Pierre Jabouille holten die Renault Verantwortlichen Alain Prost aus seinem McLaren Vertrag. Als Mitglied der Equipe Renault fühlte sich der Franzose stark genug, voreilig, aber nicht unbegründet, den Titelgewinn zu prophezeien.
Als tatsächlicher WM Fünfter der 81er Saison machte er im Rückblick das Pech während der Saisoneröffnungsphase für das Scheitern seiner Pläne verantwortlich. Über Renault -einige Male war sein Wagen aufgrund von Bagatellschäden ausgefallen- verlor er kein schlechtes Wort. Das war nicht selbstverständlich, denn mit McLaren war er hart ins Gericht gegangen: "Bei McLaren war ich einsam und verlassen. Das Auto war selten konkurrenzfähig und dazu gefährlich. Ich glaube, ich konnte schon damals mehr, als das Auto zuliess. Bei Renault hat man sich optimal für mich eingesetzt, deshalb fühle ich mich mit dem Team auch sehr verbunden.
Zwei Jahre sollte diese feste Bindung noch anhalten. Zwei Jahre, die er als erklärtet Favorit begann und die, gemessen an den hohen Erwartungen, enttäuschend für Renault und Alain Prost zu Ende gingen. Im Schatten dieser Enttäuschungen wurde allerdings übersehen, dass sich Alain Prost von Jahr zu Jahr steigern konnte, ohne auch nur einmal in seinem Aufwärtstrend unterbrochen zu werden: 1980 WM-Fünftzehnter. 1981 WM-Fünfter, 1982 WM-Vierter und 1983 Vizeweltmeister. Hatte Prost in der 81er Saison noch seinen Fehlstart beklagt, so begann er das Rennjahr 1982 mit einem Paukenschlag der Extraklasse.

In Kyalami verlor der in Führung liegende Prost nach 40 der 77 zu fahrenden Runden ganze sieben Plätze, als er nach einem Reifenschaden an den Boxen neue Pneus montieren lassen musste. Mehr als eine Runde hinter dem neuen Spitzenreiter nahm er die Verfolgung auf. Alboreto, Lauda, Watson, so hiessen die ersten Opfer des Franzosen, der wie entfesselt um den Kurs flog. In der 49.Runde fuhr er mit 1:8,27 Minuten einen neuen Rundenrekord, der fast um fünf Sekunden unter dem alten Rekord von René Arnoux lag! Kurz und schmerzlos wurde als Nächster Keke Rosberg überholt. Als sehr nützlich erwiesen sich bei dieser furiosen Jagd die neuen Reifen, die er knapp nach Halbzeit hatte aufziehen lassen. Für die verbleibende Restdistanz hatte man superweiche Reifen wählen können, die sich in der Schlussphase des Rennens den ermüdeten Reifen der Konkurrenz überlegen zeigten. Von Rang Vier aus kamen für Alain Prost die weiteren Überholmanöver wie von alleine. Carlos Reutemann und René Arnoux hatten auf der Flucht vor Alain Prost ihren Reifen alles abverlangt und mussten jetzt den Preis dafür zahlen: Schonende Fahrweise auf den letzten Kilometern.
Ferrari Pilot Didier Pironi hingegen beklagte Zündaussetzer, die ihn zweimal vergeblich an die Boxen zwangen und weit zurückwarfen. So gewann Alain Prost seinen vierten Grand Prix mit 15 Sekunden Vorsprung auf Carlos Reutemann, obwohl er dieses Rennen eigentlich schon verloren hatte.

Als Prost auch den zweiten WM Lauf 1982 für sich entscheiden konnte, wenn auch am grünen Tisch (Prost profitierte von der Disqualifikation von Piquet und Rosberg) glaubte eigentlich schon jeder, den neuen Weltmeister zu kennen. Oft nahe am Sieg gab es aber keine weiteren Erfolge mehr, sieht man von zwei zweiten Plätzen in Le Castellet und Dijon sowie einem sechsten Platz in Brands Hatch und einem Vierten in Las Vegas ab.
Der zweite Rang von Le Castellet wirbelte einigen Staub auf. Schon bevor die Hälfte der Distanz zurückgelegt war, hatten die Renault Piloten, -in der Reihenfolge Arnoux, Prost- das Kommando übernommen. Signale der Renault Boxen, die Plätze zu tauschen, ignorierte der Führende René Arnoux. Damit hing der Haussegen bei Renault nachhaltig schief und zum Saisonende wurde die vergiftete Atmosphäre bereinigt, als Arnoux das Team Richtung Ferrari verliess. Ersetzt wurde er durch Eddie Cheever.

1983 war der WM-Titel für Alain Prost zum Greifen nahe. Viermal, in Le Castellet, Spa, Silverstone und Zeltweg, gewann Prost die WM Läufe und sah schon wie der neue Weltmeister aus. Viel Pech -die letzten vier Rennen brachten ihm nur sechs Punkte- und ein phänomenaler Schlusspurt von Nelson Piquet verwiesen ihn so im Finale in Kyalami auf den undankbaren zweiten WM Platz.

Die Entscheidung im Titelkampf war am Samstag, dem 15 Oktober 1983, gefallen. Am Montag dem 17. Oktober gab Renault die Trennung von Alain Prost bekannt. Nachdem drei Jahre lang das selbstgesteckte Ziel nicht erreicht worden war, hatte sich die Beziehung zwischen Renault und Alain Prost abgenutzt. Auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber kam Alain Prost innerhalb weniger Stunden bei McLaren unter und kam zurück zu den Anfängen.

Silverstone 1988 und Suzuka 1989

An Kritikern hat es Alain Prost erst ein einziges Mal in seiner Karriere nicht gemangelt. Als er an jenem denkwürdigen 10. Juli 1988 in Silverstone ein Rennen nach 22 Min. freiwillig aufgab. Da kamen sie aus ihren Löchern, faselten von Feigheit, stellten Prost auf eine Stufe mit wetterfühligen Rentnern.
Alles nur, weil er -wie vor ihm im Grand Prix Zirkus nur Niki Lauda einmal- nein zum Risiko gesagt hatte. Wie Niki Lauda 1976 in Fuji im Regen lieber auf seine Titelchance verzichtete, als sich an einem unkalkulierbaren Blindflug zu beteiligen, war Alain Prost ausgestiegen. Er hatte sich nicht hinter der Entschuldigung eines technischen Defektes versteckt, sondern offen gesagt: "Wenn die Sicht gleich Null ist, dann fahre ich nicht weiter."Alain Prost, McLaren Honda, Hockenheim 1988
Wasser auf die Mühlen der Lästerer: Ausgerechnet Prost Teamgefährte Ayrton Senna lieferte auf einem vergleichbaren Auto an diesem Tag eine Glanzleistung: Er gewann die Wasserschlacht von Silverstone überlegen, später auch die Weltmeisterschaft 1988 gegen einen Alain Prost, der nun mit dem Vorwurf leben musste, er sei demotiviert, satt, nur noch auf die Sicherung des mit zwei WM-Titeln (1985, 1986) erreichten Lebensstandards aus.
Alain Prost reagierte 1988 nach Silverstone trotzig auf die Welle der Angriffe: "Das einzige, was ich bedaure ist, dass ich nicht schon in der ersten Runde aufgehört habe." Prost ist so, ein bestimmender Charakter, manchmal schroff, eine Eigenart, die nicht erst mit dem Erfolg zur Allüre wurde.
Legendär sind seine Fehden mit René Arnoux 1982 bei Renault, eine Periode seiner Karriere, an die er mehr negative als positive Erinnerungen hegt. Dort feierte er zwar seine ersten Siege in der Formel 1, verlor den möglichen Weltmeistertitel aber jedesmal wegen technischer Probleme. Sein Vorwurf an die Teamverantwortlichen in jener Zeit: sie hätten sich viel zu sehr um ihr Image in der Öffentlichkeit geschert, anstatt sich auf die einzig wichtige Frage zu konzentrieren: Wie siegen? So etwas passt nicht in Prosts realistische Einstellung.
Er wanderte lieber zu McLaren-Porsche ab, damals (Ende 1983) scheinbar ein Rückschritt. Aber dort fand er Leute, die sich den selben Tugenden verpflichtet fühlten wie er: effektive Zielstrebigkeit, nüchterne

 Sachlichkeit. Chef Ron Dennis, Ingenieur John Barnard und Teamkollege Niki Lauda. Drei Persönlichkeiten, denen jegliche Romantik fehlen mag. Aber welche Realisten sie waren! Unter ihnen fühlte sich Alain Prost in seinem Element.

Seine Ansprüche wurden befriedigt. sein Talent blühte auf. Er wurde zu einer wesentlich geschätzten Arbeitskraft im Team. Seine charakterliche Stärke hat Alain Prost erlaubt, 1984 mit einem halben Punkt Unterschied gegen Niki Lauda den Titel zu verlieren und nicht daran zu zerbrechen. Sie hat ihm ermöglicht, 1986 die überlegenen Williams Honda von Nigel Mansell und Nelson Piquet auszutricksen. 1988 war sie ihm nützlich als es darum ging, dem unwiderstehlichen Ayrton Senna Paroli zu bieten. Und jetzt in Montreal liess sie ihn gegen denselben Ayrton Senna nach demütigen Hinderungen die Pole Position zu gewinnen.

Doch Prosts Herausforderung liegt jenseits eines weiteren Weltmeistertitel. Absolute Rekorde sind es, die ihn faszinieren: Zu dieser Zeit schien es noch undenkbar dass einmal ein Formel 1 Pilot 40 Grand Prix Siege und mehr erreichen konnte. Alain Prost will seinen Kritikern das Gegenteil beweisen.



Alain Prost zum drittenmal Weltmeister 1989 nach Crash mit Ayrton Senna



Alain Prost und Ayrton Senna - sie haben der  Weltmeisterschaft 1989 die Konturen gegeben. der Beständige und der Geniale, beide in einem Team, beide im schnellsten Auto - das ist der Stoff, aus dem klassische Dramen gewoben werden. ihr Bruderkrieg war vorprogrammiert, das bittere Ende in Suzuka hatte antikes Format.

Der Weltmeister ist nicht immer zwingend der beste Fahrer der Saison. Champion wird - so wollen es die unbestechlichen Regeln - der erfolgreichste Punktesammler. Die Geschichte der Formel 1 kennt viele Beispiele für Niederlagen der jeweiligen Top-Fahrer, man denke nur an die Karriere des englischen Formel 1 Fahrer Stirling Moss, der dem Titel jahrelang vergeblich nachjagte.

Auch 1989 war der "Mann des Jahres" nicht mit dem Weltmeister identisch. Der "Überflieger", der in der Saison 1989 die Masstäbe setzte, heisst Ayrton Senna. Der Brasilianer diktierte das Tempo und war an jedem Grand Prix Wochenende der Pilot, den es zu schlagen galt. Dieses Kunststück gelang allein Ferrari Pilot Nigel Mansell mit einer brillanten Vorstellung in Ungarn. Jede andere Niederlage des Südamerikaners ging auf das Konto widriger Umstände: technische Defekte des McLaren oder Selbstverschulden, wenn Ayrton Senna das Tor zum Erfolg mit der Brechstange öffnen wollte.Alain Prost, McLaren Honda, Monaco 1989
In einer Saison absoluter McLaren Überlegenheit konnte Ayrton Senna nur ein Konkurrent gefährlich werden: Alain Prost, der eigene Teamkollege. Zu defektanfällig waren die Ferrari um bei der Titelvergabe ein ernsthaftes Wort mitsprechen zu können. Wie das italienische Team, kamen auch Williams Renault und Benetton Ford nicht über Achtungserfolge hinaus. Wenn die Weltmeisterschaft für McLaren Chef Ron Dennis und seine Truppe dennoch nicht zum vergnüglichen Spaziergang wurde, so deshalb, weil innerhalb des britischen Rennstalls im April in Imola ein Graben zwischen Alain Prost und Ayrton Senna aufbrach, der immer tiefer und immer breiter wurde.


Schon wenige Tage nachdem der Brasilianer während des Grand Prix von San Marino sein Prosts gegebenes Wort (Falls dieser in Führung lag, nicht zu überholen) gebrochen hatte, begann zwischen den zwei verfeindeten Fahrern eine Zeit eisigen Schweigens: Nicht mehr direkt, sondern auf dem Umweg über die Techniker wurden fortan die optimale Abstimmung der Autos so zwingen erforderlichen Fahreindrücke der beiden ausgetauscht. Im Duell der Giganten schien bereits früh eine Vorentscheidung zugunsten Ayrton Senna gefallen zu sein, doch der Titelverteidiger stürzte in Phoenix in ein Tief, das dem weitaus beständigeren Alain Prost einen komfortablen Vorsprung im Zwischenklassement einbrachte.
Ayrton Senna war jedoch eiskalt entschlossen, das Blatt durch einen langgezogenen Endspurt noch einmal zu wenden. Seine Rechnung schien aufzugehen, doch nach dem dramatischen "Rempler von Suzuka" beim Grand Prix von Japan wurde Alain Prost am grünen Tisch vorzeitig zum Weltmeister erklärt. Beide Piloten fühlten sich für den vieldiskutierten Vorfall nicht verantwortlich. Ex-Champion Niki Lauda fällte als TV Zuschauer ein salomonisches Urteil: "Aufgrund seines enorm starken Auftritts im Schlüssel-Grand Prix von Japan verdient Alain Prost den Titel. Auch seine Beständigkeit spricht klar für ihn. Ich verstehe allerdings auch Ayrton Senna, durch seine souveräne Fahrt liess ihm Prost praktisch gar keine andere Wahl, als mit Gewalt alles auf eine Karte zu setzen."